Sommertief vorbeugen - Du fühlst dich schwer, obwohl es Sommer ist


Du schläfst schlecht, bist gereizt, alles zieht dich runter – und dabei ist doch Sommer. Sonnenschein. Urlaubszeit. Alle um dich herum scheinen das leichter zu nehmen. Aber du? Du schaffst es kaum, morgens aufzustehen. Oder du funktionierst – und fühlst dabei innerlich gar nichts.

Wenn Hitze und emotionale Schwere zusammenkommen, entsteht häufig ein innerer Widerspruch: Außen scheint die Sonne, innen wird es immer schwerer.


Das ist kein Versagen. Das ist Körperwissen – und in über 25 Jahren als Heilpraktikerin habe ich gelernt, wie sich dieses Wissen entschlüsseln lässt.


In diesem Beitrag erfährst du, was in deinem Nervensystem passiert, wenn die Temperaturen steigen – und vor allem: was du konkret für dich tun kannst, bevor ein Stimmungstief sich zur echten Depression ausweitet.



Was passiert in deinem Körper bei großer Hitze?

Dein Nervensystem unter Druck

Du schaffst es kaum, morgens aufzustehen - wie eine Pflanze, die in der Mittagssonne die Blätter hängen lässt, obwohl gerade Wachstumszeit wäre.


Hitze ist für deinen Körper kein neutrales Wetterereignis. Sie ist physiologischer Stress. Das sympathische Nervensystem – dein uraltes „Kampf-oder-Flucht-System“ – wird aktiviert, sobald dein Körper damit beginnt, seine Kerntemperatur zu regulieren. 


Das kostet enorm viel Energie.


Gleichzeitig schlafen viele Menschen in heißen Nächten schlechter oder gar nicht mehr tief genug. 


Ohne ausreichenden Schlaf steigt der Cortisolspiegel – das sogenannte Stresshormon. 


Und hoher Cortisol über längere Zeit bedeutet: die Stimmung sinkt, die Reizschwelle sinkt, und das Gefühl emotionaler Schwere wächst.


Dazu verändert sich bei Hitze und veränderter Lichtintensität auch der Serotoninhaushalt. Serotonin – oft als „Glücksbotenstoff“ bezeichnet – ist eng mit Körpertemperatur und Lichteinfall verknüpft. Wer empfindlich ist, spürt diese Verschiebung oft schon in den ersten Hitzewellen des Jahres.


  • Hitze aktiviert das sympathische Nervensystem (Dauerstress)


  • Thermoregulation verbraucht Körperressourcen, die sonst der Stimmungsbalance dienen


  • Schlafmangel durch Hitze erhöht Cortisol und senkt die Stimmung


  • Serotonin und Melatonin geraten aus dem Gleichgewicht


  • Bei anhaltender Hitze: schleichende Körpererschöpfung



Warum hochsensible Frauen stärker betroffen sind

Wenn die Außenwelt zu laut, zu warm, zu viel wird


Hochsensible Menschen – und das bist du vielleicht – nehmen sensorische Reize intensiver wahr als andere. Nicht weil irgendetwas mit ihnen nicht stimmt, sondern weil ihr Nervensystem anders kalibriert ist. Feiner. Empfangsstärker. Das ist eine Fähigkeit. Und zugleich eine besondere Herausforderung, wenn die Umwelt überladen ist.


Hitze ist für hochsensible Frauen oft eine Form von Reizüberflutung, die sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig zeigt: Körperlich über Wärme und Schweiß, emotional über Erschlaffung und Gereiztheit, und energetisch über das Gefühl, „durch die Hitze hindurchfließen“ zu müssen.


Zusätzlich kommt für viele Frauen ein weiteres Muster ins Spiel, das ich in meiner Arbeit immer wieder begegne:
narzisstische Prägung.


Frauen, die früh gelernt haben, ihre eigenen Bedürfnisse kleinzumachen, die Erschöpfung als Schwachheit deuteten und „weiter funktionierten“ – diese Frauen haben oft einen sehr hohen Überschwellenwert für Körpersignale entwickelt.


Der Körper schreit schon länger – bis er eskaliert.


Bevor du weiterliest: Diese Liste ist kein "Richterspruch". Sie ist eine Einladung zur Klarheit. Narzisstische Merkmale bei Müttern zeigen sich selten laut und offensichtlich – sie zeigen sich in kleinen, alltäglichen Momenten, die sich summieren.


Du hast vielleicht gelernt, deine Bedürfnisse kleinzumachen. Dein Nervensystem hat das nicht vergessen.


Hitze verstärkt dieses Muster. Wenn du schon chronisch im Geben bist, keine Grenzen setzt, alles um dich herum regelst – dann ist der Sommer häufig der erste Zeitpunkt, an dem der Körper „nein“ sagt. Laut. Durch ein Stimmungstief, durch Erschlaffung, durch die innere Leere, die sich plötzlich breit macht.


3 Tipps für das Sommertief

So schlicht es klingt – diese drei einfachen Tipps sind neuropsychologisch belegt wirksam:

1. Früh aufstehen, bevor die Hitze kommt.

Morgenlicht reguliert die innere Uhr und stabilisiert Serotonin und Cortisol


2. Ausreichend trinken – auch „emotional“.

Was nährt dich? Wer tut dir gut? Was gibt Energie zurück


3. Sorge für stille Momente
Nicht die erschlaffte Leere, sondern die gewählte Ruhe. Zehn Minuten täglich, in denen du nichts musst, nichts gibst, nichts leistest


Diese drei Tipps kosten nichts.

Sie verlangen aber Konsequenz – und die Erlaubnis, sie für dich zu beanspruchen.


Solange die Hitze noch da ist, wirkt jede kleine Übung stärker - so wie ein Same am ehesten dort keimt, wo die besten Bedingungen sind.


Wann du professionelle Unterstützung brauchst

Der Unterschied zwischen Sommertief und echter Depression


Ein Sommertief fühlt sich schwer an. Es ist real. Aber es hat eine Handschrift, die du erkennen kannst:


Es kommt mit der Hitze – und es geht, wenn die Hitze nachlässt. Es reagiert auf kleine Veränderungen:

ein kühler Morgen, eine ruhige Stunde, eine Nacht mit gutem Schlaf. Du kannst dich manchmal noch aufraffen – auch wenn es Mühe kostet. Und irgendwo, ganz leise, weißt du: Das war schon mal anders.


Eine Depression ist anders.

Nicht lauter, manchmal sogar stiller. Aber sie bleibt. Auch wenn die Temperaturen sinken. Auch nach einem guten Wochenende. Auch wenn sich äußerlich nichts mehr erklären lässt.


Ein paar konkrete Unterschiede, die ich meinen Klientinnen mitgebe:


Beim Sommertief:

Du schläfst schlecht, bist erschöpft – aber wenn du mal durchschläfst, bist du danach kurzfristig besser


Du ziehst dich zurück, hast aber noch Momente, in denen du lachen kannst oder etwas genießt


Du weißt, was dir guttäte – auch wenn du es gerade nicht umsetzt


Die Schwere hat einen erkennbaren Auslöser: Schlafmangel, Hitze, Stress, ein schwieriger Mensch


Bei einer Depression:


Schlaf bringt keine Erholung mehr – du wachst erschöpft auf, egal wie lang du geschlafen hast


Dinge, die dir früher wichtig oder schön waren, berühren dich nicht mehr – nicht mal mehr ein bisschen


Du funktionierst vielleicht noch nach außen – aber innen ist es wie hinter einer Glasscheibe


Das Gefühl „ich komme da nicht mehr raus" hält an – über Wochen, nicht nur Tage
Gedanken kommen, die dir nicht wohlgesonnen sind


Bitte hol dir professionelle Begleitung, wenn:


  • du seit mehr als zwei Wochen morgens nicht aufstehen kannst oder möchtest
  • du Dinge, die dir einmal wichtig waren, nicht mehr anrühren magst
  • Gedanken kommen, die du dir selbst gegenüber nicht mehr wohlwollend sind
  • du das Gefühl hast, nicht mehr ganz da zu sein – wie hinter Glas


Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist der mutigste Schritt, den du für dich tun kannst.


Wenn mehrere dieser Punkte dich innerlich berührt haben  dann lade ich dich ein, den nächsten Schritt zu gehen:


→ Mache den kostenlosen Selbsttest: Bin ich hochsensibel mit narzisstischer Prägung? Dort findest du mehr Klarheit darüber, was in dir angelegt wurde – und wie tief es geht.


 → Oder buche ein kostenfreies Klarheitsgespräch mit mir. Kein Verkaufsgespräch. Ein echtes Gespräch über das, was du trägst – und ob und wie Begleitung sich für dich richtig anfühlen könnte.



Häufige Fragen (FAQ)

  • Kann Hitze wirklich eine Depression auslösen?

    Hitze allein verursacht keine klinische Depression. Aber sie kann ein Stimmungstief deutlich verstärken und bei Menschen, die bereits vulnerabel sind – durch Erschlaffung, narzisstische Prägung oder chronischen Stress – ein depressives Geschehen mitauslösen. Dein Körper ist kein isoliertes System.

  • Was ist der Unterschied zwischen Sommertief und Winterdepression?

    Die klassische saisonale Depression tritt im Winter auf, wenn Licht und Bewegung fehlen. Ein Sommertief entsteht anders: durch Hitze, Schlafmangel und Reizüberflutung. Beide sind real. Beide verlangen Aufmerksamkeit. Aber die Prävention und Behandlung unterscheiden sich.

  • Was kann ich tun, wenn ich mich durch Hitze depressiv fühle?

    Sofort: Kühle Umgebung aufsuchen, trinken, für Stille sorgen. Dann: Erdungsübung mit Füßen auf dem Boden und Hand auf dem Unterbauch. Einen Atemzug tief. Dann einen weiteren. 


    Und: Keine Leistung für heute verlangen. Dein Nervensystem braucht Regulation – nicht Antreibung.

Über Kathlin Kastilan


Kathlin Kastilan ist Coach, Energetikerin und Begleiterin hochsensibler Frauen ab 40 – mit über 25 Jahren therapeutischer Erfahrung als Heilpraktikerin.


Sie verbindet tiefgreifende Körperarbeit mit emotionaler Befreiungsarbeit, damit das, was lange im Körper gehalten wurde, endlich loslassen darf.


Ihr heutiger Schwerpunkt: Frauen, die in narzisstisch geprägten Familiensystemen gelernt haben zu funktionieren – und jetzt lernen dürfen, sich selbst zu spüren.


→ kathlinkastilan.com

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